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Ökumenischer Pilgerweg zur Weltklimakonferenz 2015 nach Paris

13.09.2015 -06.12.2015

Gedanken zum Pilgerweg

Angeregt durch die Idee des Ökumenischen Rates der Kirchen, lädt das Bündnis zu einem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens nach Paris von September bis Anfang Dezember 2015 ein.

Es soll die Möglichkeit bestehen, einzelne oder mehrere Tage, einzelne Etappen oder den ganzen Weg mitzugehen und zugleich Teil des Ganzen zu sein. Gemeinsam suchen wir Kraftorte und Schmerzpunkte für Klimagerechtigkeit auf. So ist es möglich, das Pilgern als Gemeinschaft zu erleben, durch spirituelle Impulse und konkrete Begegnungen. Zudem können Menschen vor Ort durch Workshopangebote und Aktionen zum Thema Klimagerechtigkeit miteinbezogen werden.

Der "Pilgerweg nach Paris" lädt auch Gruppen ein, die nicht auf der vorher festgesetzten Strecke pilgern, sich aber an einem Ort anschließen möchten (Sternpilgern von Kopenhagen bzw. von Warschau).

Zielsetzung
1. Die „Option für die Armen“ ist Kern des biblischen Gerechtigkeits-verständnisses. So sind wir aufgrund unseres biblischen Zeugnisses dazu aufgerufen, unsere Stimme für die Schwächsten und meist Verwundbarsten in unserer Weltgemeinschaft zu erheben. Denn „die Opfer des Klimawandels sind die neue Gestalt der Armen, Witwen und Fremden, denen besonders die Liebe und Fürsorge Gottes gilt.“ (Deuteronomium 10,17-18; Minute on Climate Justice Busan)

2. Wir schließen uns dem Aufruf der 10. Vollversammlung des Öku-menischen Rates an und laden zu einem „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“ ein, der die Klimagerechtigkeit ins Zentrum stellt. Mit diesem Pilgerweg zur Weltklimakonferenz nach Paris 2015 möchten wir auf die globalen Dimensionen des Klimawandels aufmerksam machen und den Diskurs um Gerechtigkeitsfragen (Verteilungsgerechtigkeit; Lastenausgleich) weiter vorantreiben. Die Dringlichkeit, dass unser politisches, aber auch unser persönliches Handeln Auswirkungen auf Gesellschaften des globalen Südens hat, wollen wir mit Stimmen und Erfahrungsberichten aus dem Süden verstärken.

3. Die Idee des Pilgerweges eröffnet die Möglichkeit, sich mit unter-schiedlichen Menschen gemeinsam auf den Weg zu machen und für das Thema Klimagerechtigkeit zu sensibilisieren. Durch die Medien soll eine breite Öffentlichkeitswirksamkeit erreicht werden. Möglichst viele UnterstützerInnen sollen zudem für einen Forderungskatalog gewonnen werden, der den Erwartungshorizont der ökumenischen Bewegung und der Weltkirche an die Klimakonferenz in Paris und darüber hinaus deutlich macht. Dieser Forderungskatalog soll in Paris an zentraler Stelle überreicht werden.

4. Das bestehende Engagement einzelner Gruppen oder Projekte für mehr Klimagerechtigkeit soll sichtbar und erlebbar gemacht werden. Wir wollen auf dem Weg "Kraftpunkte", sog. best practice Beispiele in Sachen Klimaschutz besuchen und damit alternative Handlungsoptionen deutlich machen und zu neuem Engagement ermutigen. Gleichzeitig sollen auch die „Schmerzpunkte“ aufgezeigt werden, an denen noch intensive Bemühungen und politische Weichenstellungen nötig sind, auf die wir als Akteure Einfluss nehmen können.

5. Die Vernetzung von kirchlichen und nichtkirchlichen Organisationen entlang der Pilgerstrecke nach Paris zum Thema Klimagerechtigkeit und ein breites Bündnis von MitstreiterInnen ist ein weiteres Ziel und vermutlich Ergebnis dieses Vorhabens.

Konzept

-  Die Strecke wird in 12 Wochen-Etappen aufgeteilt, Tageswege sollten nicht länger als 25 km sein.
-  Auf diesen Etappen werden Kraftorte (z.B. Solaranlagen auf dem Gemeindehaus, Repair-Cafes in der Gemeinde etc.) und Schmerz-punkte (z.B. Kohlekraftwerke, Schweinemastanlagen, etc.) in Bezug auf das Thema Klimagerechtigkeit aufgesucht.
-  In der Regel werden morgens, mittags und abends spirituelle Zeiten von den Pilgernden und den Menschen vor Ort gemeinsam gestaltet
-  Es gibt eine Art „Staffelstab“, ein Element bzw. Symbol, der an die jeweils nächsten Pilgernden übergeben wird. Denkbar wären auch viele kleine Teile, die dann zu einem Ganzen zusammen wachsen. Dieser wird dann in Paris an zentraler Stelle aufgehängt bzw. übergeben.
-  Die Etappen unterteilen sich möglichst in 4 bis 9 Tage reine Pilgerzeit und anschließendem Ruhetag und Zeit für Aktionen oder Workshops. Zu beachten ist, dass von Freitag bis Sonntag mit einer größeren Teilnehmendenzahl zu rechnen ist.
-  Die Streckenplanung orientiert sich am Pilgern zu Fuß. Möglich ist es aber auch, andere klimafreundliche Arten der Fortbewegung zu nutzen.
-  Für die Gestaltung der geistlichen Inhalte wird ein gemeinsames Brevier erstellt (dt -fr)
-  Es erfolgt eine übergeordnete Pressearbeit sowie eine gezielte Pressearbeit vor Ort
-  Für einen gemeinsamen Auftritt werden ein gemeinsames Logo so-wie Aktionsmaterialien (z.B. Banner oder Roll-up) erstellt.
-  Ein Kleinbus, gesponsert von z.B. einem Anbieter von Elektrofahr-zeugen, steht während des gesamten Pilgerweges zum Transport von Aktionsmaterialien und Gepäck zur Verfügung.
-  Die Nordstrecke des Pilgerweges beginnt am Sonntag den 13.9 mit einem großen Gottesdienst in Flensburg und einer anschließenden Auftaktveranstaltung. In München startet die Südstrecke ca. vier Wo-chen später.
-  Wünschenswert ist die Ankunft einer Pilgergruppe aus Kopenhagen, Warschau oder Österreich, die der Pilgergruppe „den Staffelstab“ mit auf den Weg geben.
-  Ca. auf halber Strecke, voraussichtlich in Wuppertal, findet ein Bergfest statt.
-  In Frankreich findet eine große Abschlussaktion mit Übergabe des „Staffelstabes“ statt. In der letzten Meile ist der Pilgerweg Teil einer international, ökumenisch gestalteten Veranstaltung am 6.12. in Paris
-  Für die Organisation der Streckenabschnitte in Frankreich ist eine enge Zusammenarbeit mit Kirchen und deren Einrichtungen und Or-den, christlichen Jugendorganisationen oder Werken in Frankreich notwendig, die über das Partnernetzwerk der Mitglieder der Klimaplattform und der Hilfswerke und Diözesen organisiert werden müsste.

Initiatorin:
Entwicklungspolitische Klimaplattform der Kirchen und Werke

Trägerkreis:
Ökumenisches Bündnis aus Mitglieder der Entwicklungspolitischen Klimaplattform und weiteren kirchlichen Trägern aus Deutschland und Frankreich

Zeitraum:
13.09.2015 -06.12.2015; 12 Wochen

Strecke:
Flensburg -Paris (ca. 1.470 km), Zulauf aus Skandinavien, Zulauf aus Frankfurt a.M., bzw. München-Paris, evtl. Zulauf aus Österreich; die Strecke orientiert sich dabei an alten Pilgerwegen in Deutschland und Frankreich.

Weitere Informationen:
Werkstatt Ökonomie e.V., im WeltHaus, Willy-Brandt-Platz 5, 69115 Heidelberg Tel.: 06 221 - 433 36 13, Fax: 06 221 - 433 36 29, klaus.heidel@woek.de