3.2 Berichte

 

Impressionen aus Assisi und Umgebung

Internationale Pilgerfahrt 2017

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Manuel Adame Moldes

Zum 90. Jahrestag der Gründung der Bewegung der Gefährten des Heiligen Franziskus

Umbrien, Assisi, Franziskus und Klara

Die Region Umbrien befindet sich im Zentrum Italiens. Ihre Oberfläche beträgt 8456 Quadratkilometer und sie zählt 894.726 Einwohner (Daten aus dem Jahr 2015). Die Region erhielt ihren Namen vom Stamm der Umbrer, der sich im 6. Jh. vor Christus dort niederließ. Seine Spra¬che war das Umbrische, ein italischer Dialekt wie das Lateinische. Das Wappen der Region Umbrien nimmt Bezug auf das Fest der Altarkerzen (Festa dei ceri), eines der ältesten der Region. Das Symbol soll die gesamte Region darstellen, welche verschiedene Werte umschließt, die charakteristisch sind für deren Geschichte und Kultur, sowie auf religiöser und ziviler, christlicher und vorchristlicher, antiker und mo¬derner Ebene, für Stadt und Land. Auf dem Wappen sind die drei Ker¬zen rot, weiß umrahmt, auf einem rechteckigen, silbrigen Hintergrund. Die Hauptstadt der Region ist Perugia. Die Region besteht aus zwei Provinzen: Perugia mit 63 Gemeinden („comuni“ auf Italienisch) und Terni mit 29 Gemeinden.

Assisi ist umbrischer Herkunft und war eine römische Gemeinde namens Asisium. Bis zum 13. Jh. entspricht das mittelalterliche Zentrum der Fläche der römischen Periode. Bischof Rufinus evangelisierte es im Jahre 238 und die Goten belagerten es im Jahr 545. Es wurde Teil des langobardischen und fränkischen Herzogtums Spoleto. Im 11. Jh. wurde es eine freie Stadt ghibellinischer Prägung im Gegensatz zu den Guelfen Perugias. 1189 erobern die Bewohner Assisis in Abwesenheit des kaiserlichen Vertreters Corrado von Lutzen die Burg ihrer Herrscher.

Perugia wollte die Stadt befreien, doch die Bewohner Assisis traten gegen sie auf. Sie wurden jedoch beim Ponte San Giovanni in die Flucht geschlagen.

Einer der Gefangenen, der in die Hände der Bewohner Perugias fiel, war ein zweiundzwanzigjähriger Jüngling namens Giovanni di Bernardone. Bekannt war er allerdings unter dem Namen Franziskus. Er war der Sohn des reichen Tuchhändlers Pietro di Bernardone, dessen Fa¬milie aus Lucca kam, und seiner Frau Pica aus der Provence.

Franziskus wurde zwischen 1181 und 1182 geboren. Nach dem Abenteuer von Perugia beschließt er, sich dem Krieg anzuschließen, um am Kreuzzug von Walter von Brienne teilzunehmen, doch aufgrund einer Krankheit ist er gezwungen, heimzukehren.

Später ändert Franziskus sein Leben, er kehrt dem Reichtum und den Bequemlichkeiten, die ihm seine Stellung bescheren, den Rücken. Er hat seine erste Vision in San Damiano, wo er sich vornimmt, die Kirche wieder aufzubauen (1205). 1208 gründet Franziskus, der von den Benediktinern die Kapelle Santa Maria degli Angeli bekommen hat, welche auch unter dem Namen Portiunkula bekannt ist, eine Bruderschaft mit Namen „Frati Minori" (Minderbrüder). Nach der Begegnung mit Clara di Favarone di Offreduccio, welche einer Adelsfamilie von Assisi angehörte, gründet er 1212 einen zweiten Orden, den der Klarissen.

1224 empfängt er die Stigmata (Wundmale Christi) auf La Verna (Arezzo) und 1226 stirbt er in der Portiunkula. Zwei Jahre später wird er heiliggesprochen und einen Tag später legt Papst Gregor IX. den Grundstein für die zukünftige Kirche und das Kloster auf Wunsch von Bruder Elias, einem Gefährten des Heiligen. In der Basilika, einer Synthese romanischer und gotischer Kunst, werden die sterblichen Überreste des Heiligen aufbewahrt und verehrt.

Auch die heilige Klara wurde zwei Jahre nach ihrem Tod, im Jahr 1253 heiliggesprochen. Und ein Jahr später wurde mit dem Bau der ihr ge¬weihten Kirche begonnen. Trotz der Gegenwart dieser beiden großen Heiligen wurde die Stadt Assisi wenig von ihrer religiösen Bedeutung beeinflusst. 1316 wird die Stadtmauer vergrößert und umfasst den Komplex des Heiligen Fran¬ziskus, das Benediktinerkloster San Pietro und den Burgo Aretino. Nach der Pest im Jahr 1348 beginnt der Verfall der Stadt Assisi. Bis zum 16. Jh. fanden dauernd Zwistigkeiten zwischen den beiden Hauptfamilien der Stadt statt, bis sie schließlich in den Besitz des Pontifikalstaates der Kirche überging. Danach, bei der italienischen Einigung ab 1861, wurde sie dem aktuellen Italien einverleibt. Assisi erhebt sich am höchsten Punkt der Gebirgskette Subasio, die hauptsächlich aus Hügeln und Bergen besteht und deren Bevölkerung sich seit der Antike der Landwirtschaft widmet, vor allem der Produktion von Getreide, Gemüse, Wein und Oliven.

Jeder Weg, jeder Pfad in diesem Land nimmt eine besondere Bedeutung an, und wenn man der Natur und der Kunst eine Prise Mystik hin¬zufügt, wird die Reise wirklich etwas Besonderes. Der Franziskani¬sche Weg des Friedens, der Assisi mit Gubbio verbindet, schlägt den Weg vor, den Franziskus von 1206 an gegangen ist, nachdem er den irdischen Gütern widersagt hatte.

Im Herzen Italiens gelegen enthält die Region Umbrien zahlreiche kleine Städte und Dörfer, welche wunderbare Spuren ihrer etruskischen und mittelalterlichen Herkunft bewahren, wie etwa Orvieto, Spello, Todi, Gubbio. Außer den Hauptstädten Perugia und Terni (wo sich der spektakuläre Cascata della Marmore, Marmorfall, befindet) lohnt es sich auch, den Apennin oder den Trasimenischen See zu be¬suchen.

Die Pilgerfahrt Assisi 2017

Seit den Dreißiger-Jahren ist es Tradition bei den Gefährten des heili¬gen Franziskus, eine Pilgerfahrt nach Assisi zu unternehmen. Die erste fand 1935 statt und lief unter dem Namen „Rom-Assisi-La Verna“. Es nahm eine kleine Gruppe Gefährten daran teil.

Anschließend fand über einen längeren Zeitraum keine Pilgerfahrt mehr statt. Wahrscheinlich wegen der gewaltsamen Ereignisse, die Europa in den Jahren erschütterten. 1952 schließlich unternimmt eine kleine Gruppe von Gefährten wieder eine Pilgerfahrt unter dem Namen „Assisi-Rom“, welche sich 1956 und 1957 wiederholt. In den sechziger Jahren fanden zwei Pilgerfahrten nach Assisi statt: 1962 und 1968.

In den folgenden Jahrzehnten wurde alle zehn Jahre eine Pilgerfahrt nach Assisi organisiert: 1977, 1988, 1997 und 2007, wo der 80. Jahrestag der Bewegung gefeiert wurde. Die Pilgerfahrt 2017 begann am 19. Juli in Santa Maria degli Angeli und endete am gleichen Ort am 28. Juli nach dem Frühstück.