3.2 Berichte

 

Nationale Pilgerfahrt von Düren nach Heimbach

15. - 18 Juni 2017

Eva Jentjens

mit Um- und Irrwegen ca. 40 km TeilnehmerInnen: Alexa, Werner, Silja, David, Colette, Tom, Eva, Heinz-Peter aus Mainz. Es ist seine erste Pilgerfahrt mit den Gefährten.

1. Tag

Wir (= die Stolberger und ich) treffen in Düren am Bahnhof auf Colette, Tom und den "Neuen" Heinz-Peter. Werner verkündet uns einen 6,3 km langen Weg, bis wir bei Maria Mure einkehren können. Zwei ausgedruckte Pläne zeigen uns den Weg und schon in Düren beginnen unsere Orientierungsschwierigkeiten, wir gehen in die falsche Richtung. Pilgererinnerungen werden wach und wir lachen, wir sind beim Pilgern angekommen. Kurze Nachfrage bei Dürenern und schnell befinden wir uns auf dem Weg entlang der Rur, traumhaft schön.

Nach einer Weile erkennen wir, dass die von Werner liebevoll ausgedruckten Karten identische Kilometerangaben aufweisen, diese allerdings addiert werden müssen. Folglich ist unsere Wegstrecke nicht 6,3 km, sondern 2 x 6,3 km lang, d. h. wir müssen uns sputen! Kurz vor Kreuzau-Üdingen erreicht uns dann doch das angekündigte Gewitter, leichter Regen begleitet uns, ehe Tom und Werner die Gruppe verlassen, um mit der Bahn die Autos in Düren zu holen. Der Regen hat aufgehört und die Restgruppe macht sich auf, um Marias Wohnung auf dem Hügel aufzusuchen. Ca. 50 m vor dem Haus ist es dann soweit: Sintflutartiger Regen kommt über uns, patschnass kommen wir bei Maria an, die uns liebevoll und besorgt empfängt.

Zu unserer großen Freude sitzen im Wintergarten auch Maria und Hermann Siefen, das gemeinsame Kaffeetrinken tut gut. Colette erinnert an eine Pilgerregel, die Leila im Rundbrief vor einiger Zeit notiert hat: "Nutze jede Dusche, als wäre es deine letzte!" Wir stürmen also nacheinander in Marias Badezimmer. Nachdem Tom und Werner mit den Autos angekommen sind, wird gekocht und gegessen. Alexa hat alles ganz wunderbar geplant, vorbereitet, eingekauft. Maria Siefen stimmt die Gitarre, und der Abend endet mit Gesang und vielen Erinnerungen. Nach dem Abendgebet verteilen wir uns mit den Schlafsäcken in verschiedene Räume, Colette und Tom bevorzugen den Garten.

2.Tag

Nach einem herzlichen Abschied von Maria - ganz lieben Dank für die Gastfreundschaft und das Nachtquartier - machen wir uns auf Richtung Nideggen zur Burg. Werner, Silja und Tom machen sich mit der Verpflegung und meinem Gepäck auf zum nächsten Etappenziel: dem kleinen Ort Berg. Und natürlich kommt es, wie es kommen muss. Wegen Kommunikationsschwierigkeiten in der Absprache des Treffpunktes schlägt die "Restgruppe" erst einmal den obligatorischen falschen Weg ein. Als wir wieder zurück gehen müssen, findet David das gar nicht lustig, schreitet aber tapfer Schritt für Schritt weiter.

Ein Lob auf die Erfindung des Handys: Nach mehreren Telefonaten finden wir alle wieder zueinander und es kann gemeinsam weiter gehen. Nun erklimmen wir in einem schmalen Weg am Hang, begleitet von zahlreichen Ameisen, die Höhen der Eifel. Unterwegs lässt Werner uns an einer Baldrianpflanze schnuppern, auch Kamille findet ihre Liebhaber, der rote Mohn, die blauen Kornblumen an und in den Feldern sind eine Augenweide. Auf der Burg in Nideggen machen wir dann Mittagspause, wir werden dabei vom Wind gut durchgepustet. Das Eis zum Nachtisch muntert alle auf, so dass wir guten Mutes den Rest der Tagesstrecke von insgesamt 15 km nach Berg bewältigen, wo wir im Bürgerhaus nächtigen. Nach einer leckeren Gemüsesuppe beschäftigen wir uns im Kapitel mit dem Thema "Freude". Danach sind alle gut müde.

3. Tag

Von Berg nach Heimbach gibt es keine Umwege (12-13 km), dafür hält dieser Tag andere Überraschungen für uns bereit. Nach den ersten acht Kilometern halten wir unsere Mittagspause in Hausen, wo wir während des Essens einen echten Maikäfer auf Colettes Tasche bewundern können. Siljas Geburtstagskuchen als Nachtisch schmeckt gar köstlich, und wir gönnen uns einen Kaffee im Hausener Kaffeestübchen. Hier sagt Werner: "Jetzt noch einen Hügel hoch und runter, dann erreichen wir unser Ziel Heimbach.

Dort wollen wir an der Abendmesse um 17.45 Uhr teilnehmen." Frohen Mutes brechen wir auf. Der Weg führt aus Hausen heraus in ein Waldgebiet, kurze Beratung, wir biegen links ab und es geht weiter bis, ja bis wir vor einer mit Stacheldraht umzäunten Wiese stehen. Es geht - nach kurzer Prüfung - weder oberhalb noch unterhalb des Weges weiter. Der Weg endet tatsächlich vor dem Stacheldraht. Todesmutig erkunden Werner und Tom, nachdem sie den Stacheldraht überklettert haben, jenseits der Wiese das Gelände. Ein Ruf, wir folgen. Mit vereinten Kräften überwinden wir das stachelige Hindernis, überqueren die Wiese und erreichen Werner; auch hier bewältigen wir den Zaun und landen in der Wildnis des Hanges. Plötzlich ruft uns Tom, wir antworten nett, doch sein Ruf wird eindringlicher, er muss "gerettet" werden. Eingeklemmt im Zaun, verbunden mit einem scheußlichen Krampf, wagt er sich kaum zu bewegen. Alles gut. Nun geht es weiter, schmale Wege, begleitet von jeder Menge Strauchwerk. Silja zählt in den zwei Tagen über 50 Zecken, so dass wir sie uneingeschränkt zu unserer "Zeckenqueen" küren.

In Heimbach werden wir freundlich vom Sakristan der Wallfahrtskirche empfangen und in den Pfarrsaal geführt. Tom bittet darum, sein Auto mit den Lebensmitteln zu leeren, doch oje, die Autotüren lassen sich nur bedingt öffnen, die Autobatterie ist leer. Der Autokühlschrank hat alles aufgebraucht. Während wir im Gottesdienst sind, erfährt Tom Starthilfe aus der Heimbacher Nachbarschaft und fährt unsere Pilgerstätten der letzten Tage in der Eifel noch einmal ab, um die Batterie neu zu laden. Nach dem Gottesdienst steht das Abendessen an. Da es im Pfarrsaal keinen Herd gibt, hatte Alexa abgesprochen, dass wir auf den Gaskochern das Essen zubereiten können. Doch ein zweites Mal oje, es fehlen die Aufsätze auf den Gasflaschen. Alexa findet in der Teeküche einen Zweiplattenherd und schon entsteht das Risotto, das uns später wieder wunderbar mundet. Alles gut!

Etwas angemüdet, aber guter Stimmung verlegen wir das Kapitel auf den nächsten Tag, stattdessen spielen wir - sehr zur Freude der Kinder - "Stille Post"; dieses Spiel war Heinz-Peter bisher nicht bekannt, erheitert ihn aber sehr. Nach einem weiteren Spiel endet der Abend mit dem Nachtgebet.

4. Tag

Nach dem Frühstück, dem Aufräumen und Einpacken gehen wir zur Heimbacher Burg. Auf dem Turm erfreuen wir uns an dem Weitblick, der uns die Hügel und Dörfer der Eifel offenbart. Wunderschön! Zu Füßen der Burg erwartet uns ein Park mit großem Spielplatz. Nun ist es Zeit das verlegte Kapitel nachzuholen. Werner und Colette führen uns ein in die "vollkommene Freude bei Franziskus". Nach einem längeren Gespräch sind wir uns einig, dass es noch viele offene Fragen gibt und Gedanken weitergeführt werden müssen. Danach ist unsere gemeinsame Zeit zu Ende.

Es waren sehr dichte und intensive Tage. Wir waren gemeinsam unterwegs, haben viel erlebt, Natur bewundert z. B. die lange Blindschleiche auf dem Weg, uns an der Farbenpracht der Pflanzen erfreut, Gastfreundschaft erfahren und vieles mehr.

Ganz lieben Dank an Alexa, Colette und Werner, die diese Fahrt organisiert und damit ermöglicht haben. Dank an die Kinder, die mitgegangen sind und uns zum Eisessen gedrängt haben und damit auch die Süße und die Köstlichkeit auf dem Weg ermöglicht haben. Danke für die reiche Erfahrung: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen."