3.2 Berichte

 

Emmausweg am östlichen Rande des Hürtgenwaldes bei Düren

Hermann Siefen

Schnelllebig verläuft die Zeit, die zur Verfügung steht, wenn man sich vorgenommen hat, den von der Gefährtengruppe "gelaufenen" Pilgerweg innerhalb der gebotenen Rundbrief-Redaktionszeit zu beschreiben: Für mich jedenfalls kein "üblicher" Weg, aber eine mit mancherlei Erinnerungen verbundene Anreisegegend, in der ich zum Beispiel noch ohne Autobahn durch Belgien nach Frankreich strebte. Gerade jetzt im Frühling dachte ich an junge Birken, die damals neben der Straße am Waldrand wuchsen und sich in den Nachtfrösten mit den grünen Blätterwedeln bis zum Boden gebeugt hatten, aber nicht gebrochen waren!

Die schmucke Kirche in dem überschaubaren Ort Gey war unser Ziel für die Ostermontagsmesse. Auch dieses Bauwerk sah äußerlich wie ein Neubau nach dem Zweiten Weltkrieg aus: eine "Feste Burg" aus Felssteinen, Betonsteinflächen als Parkplatz, sauber und weiträumig, was mich zuerst interessierte, weil ich mit Gottvertrauen und einem Rollstuhl im Kofferraum durch den leichten Regen unterwegs war. Der Pfarrer war bereits emeritiert, machte jedoch seinen Altardienst alleine ausgezeichnet.

Weil ich mit meiner Frau früh genug in der Kirche und auf dem langen Teppichläufer bis zum Anfang der Kinderbänke getippelt war, hatte eine Frau aus der Gemeinde die Erfahrung, dass der Pfarrer auch zu mir mit der Kommunion an die Bank kommen könne. Ein Blickkontakt genügte. Auch die Taufe eines Säuglings während der Messe störte die ’Montagsgemeinde’ nicht im Zeitplan. Wunderbar! "Meine Zeit steht in Deinen Händen" (Gotteslob 790).

Auf dem Pilgerweg rund um den Ort sind mir große Baugrundstücke aufgefallen, die noch Bauherren suchen: gestreut zwischen älteren Häusern und bereits bezogenen Neubauten, der eine oder andere Bauplatz schien mir - aus eigener Erfahrung - für "Werktätige" arbeitsintensiv zu sein. Wie auch immer, die haben noch Mut und Vertrauen den Untersuchungen des Kampfmittelräumdienstes! Hier in Leverkusen lässt der Ausbau der Autobahn immer wieder Baggerführer hochschrecken.

Und der Hürtgenwald ist ein bleibender Vulkan! Solche Gedanken ließen sich für mich auf dem Pilgerweg ungehört denken, denn jeder, der mich im Rollstuhl schob, hatte auch seine Gedanken manchmal woanders, wie etwa mit der Überlegung, wo finden wir den Spielplatz mit Sitzgelegenheiten für unser Picknick. Er lag hinter einer hohen grünen Hecke. Nun waren auch zwei Kinder dabei, die wussten schon, wer sich fragen lassen konnte. Und das Eisessen oder Kaffeetrinken zum Abschluss in der Eisdiele offenbarte festgezurrte Themen, die nicht sofort geknackt werden konnten. Ein Pilgerweg hat einen Anfang, aber noch nicht ein Ende am Thema, zu dem Maria Mure einige Gedanken aus dem Gotteslob 19/3 "Aufruf zur Achtsamkeit" und die ortskundigen Weggefährten für 8 km zu Fuß beigesteuert hatte. Danke Euch allen!