3.2 Berichte

 

Nationalkapitel 2. und 3. Oktober 2016

in Wermelskirchen-Sonne

Hermann Siefen

Man muss das so in der Adresse zutreffend nennen, denn der Weg dorthin war gefährtentypisch nicht leicht. Zumindest nicht für Fußgänger. Von der möglichen Busstation der Linie 260 Köln-Remscheid aus zum Ziel waren es noch einige Kilometer bergauf und bergab zu tippeln. Auch für Autofahrer mit Navi war es zweckmäßig, einen Beifahrer dabei zu haben. Eingeladen waren wir "in das Bergische Land". Im Volksmund wird es kurz „ins Bergische" genannt. Im Dunstkreis von Altenberg mit seinem gotischen Dom liegt die gerade grundsanierte und modernisierte Jugendbildungsstätte des Erzbistums Köln, Haus Altenberg.

Von dem dort installierten "notwendigen" Hotelklima war das für uns bereitstehende Gästehaus des Vereins christlicher Pfadfinder verschont geblieben. Die sichtbaren Baustoffe an den Umbauten (Bims aus der Vulkanasche Maria Laach) wurden jahrzehntelang üblicherweise aus kostensparenden Gründen nicht verputzt. Bei den letzten Renovierungsarbeiten wurde das Haus jedoch verputzt und neu gestrichen und die Inneneinrichtung zweckmäßig einfach ausgestattet. Auch ein zeitgemäßer Notausstieg im Brandfall über eine eiserne Außentreppe wurde erstellt.

.... „Wo die Wälder noch rauschen, die Nachtigall singt.....wo im Schatten der Eiche die Wiege mir stand, da ist meine Heimat, mein Bergisches Land!" ...In wilhelminischer Zeit verfasst und vertont, werden davon heute nicht mehr alle Strophen begeistert gesungen. So genau sahen wir unser Ziel an der ursprünglich katholisch-protestantischen Glaubenslinie im Bergischen: Hinter einem Hügel in einer Geländemulde geduckt, wie die meisten einsamen Gehöfte, die auch den Dreißigjährigen Krieg durchlebten, von Horden geplündert und immer wieder aufgebaut, gebrandschatzt und aufgeteilt den Erben weitergegeben. Nicht so weit entfernt von der alten Heerstraße (heute: Deutsche Alleenstraße) finden Ausflügler viele Gasthäuser im Land.

Bei einer Fahrt zur Großen Dhünntalsperre, der Müngstener Eisenbahnbrücke über die Wupper, zur Schwebebahn in Wuppertal oder nach Schloss Burg an der Wupper, dem neuen Sitz der Grafen von Berg nach der Schenkung Altenbergs an den Orden der Zisterzienser.

Zusammen mit Theresia van Heesch, ab der Kölner Stadtbahn-Endhaltestelle Schlebusch der Linie 4, und Wil Fremerey aus Paderborn, ab der Eisenbahnhaltestelle Leverkusen-Mitte, erreichten wir mit unserer Fahrerin Maria und ich, als Ortskundiger aus Jugendzeitjahren, den Tagungsort. Niederländische Autokennzeichen an einigen Fahrzeugen erinnerten uns daran, dass das Familientreffen hier heute endete und wir wohl noch vom Kaffee und Kuchen probieren würden. Der Aufbruch der Familien gelang mit dem Tausch der Sitzplätze in heiterer Runde. Nicht alle Familien konnten einen freien Tag nutzen, aber ein kurzer Gedankenaustausch mit Teilnehmern der internationalen Pilgerfahrt 2016 in Litauen war zeitlich noch möglich.

Da es im Erdgeschoss auch ein Zimmer mit zwei Betten gab, war für mich als Rollatorpilger der stufenfreie Zugang gesichert. So bin ich froh über die Einladung! Nach dem Kapitel lieferten Maria und ich unsere Fahrgäste in umgekehrter Reihenfolge an den Stationen wieder ab. Dank sei Gott für die arbeitsintensive, schöne Naturreise ins Bergische, an Werner und Alexa, Colette und Tom, Martina und Anja für die ganze Vorbereitung.

Herzlichen Dank! Die reichlich bereitete Herbstsuppe hat uns zuhause noch zweimal gut geschmeckt, .... „wofür man besonders schwärmt, wenn sie wieder aufgewärmt! (frei nach Witwe Bolte von Wilhelm Busch).