1. Wer wir sind

 

Kurze Geschichte der Bewegung

Die Compagnons de Saint Francois, so der ursprüngliche französische Name der Gefährten des hl. Franziskus, wurden 1927 von Joseph Folliet und René Beaugey in Frankreich gegründet. Die Idee war, eine Gruppe von jungen katholischen Pilgern für den Frieden zu bilden. Die Pilgerfahrten brachten junge Franzosen und Deutsche zusammen. Auf diese Weise trug die Bewegung schon sehr früh zur deutsch-französischen Annäherung bei.

An der ersten Pilgerfahrt nahmen zwanzig Jungen teil, doch die Bewegung wuchs schnell. Im Laufe der Zeit kamen Gefährten aus anderen Ländern hinzu, später gingen auch Mädchen auf Pilgerfahrten und schließlich Familien mit ihren Kindern. Und in den Fußspuren des heiligen Franz von Assisi schlossen sich auch bald Christen aller Konfessionen der Bewegung an. Sie suchen im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils eine Einheit in aller Verschiedenheit.

Zu den deutschen Gefährten der ersten Stunde zählt Franz Stock. Er hatte 1926 in Paderborn sein Theologiestudium begonnen und ließ sich Ostern 1928 am Institut Catholique in Paris für ein dreisemestriges Studium einschreiben. Dort war er Kommilitone von Joseph Folliet. Durch ihn kam Franz Stock mit der Bewegung der Compagnons de Saint Francois in Verbindung. In ihr fand er den Reichtum der Quickbornbewegung wieder, deren Mitglied er in Deutschland war. Bei den Compagnons stieß er vor allem auf eine tiefe Spiritualität: Es war der franziskanische Geist. Franz Stock hatte lange überlegt, Franziskaner zu werden. Die Compagnons waren vor allem katholische Kämpfer für den sozialen und internationalen Frieden. So entsprach die Bewegung genau seinen jugendlichen Idealen.

1930 nahm Franz Stock mit seinem Freund Rudolf Dietrich und sechs anderen Deutschen an einer Pilgerfahrt nach Tamié teil. 1931 folgt die internationale Pilgerfahrt in Luxemburg. Im Anschluss daran nahm Franz Stock eine Gruppe junger Franzosen mit in seine Heimatstadt Neheim-Hüsten. Dort lebte man zehn Tage mit jungen Deutschen und bearbeitete das Thema „Frieden“.

„Franz Stock war ein Deutscher und dennoch in Frankreich zu Hause. Im Sauerland (Westfalen) wurde er geboren, aber er hing auch leidenschaftlich an der Bretagne. In Paderborn erhielt er die Priesterweihe, und er arbeitete in Paris. Er sprach beide Sprachen, Französisch und Deutsch, mit großer Leichtigkeit und gleichem Verständnis. In der Liebe zu seinem und dem französischen Volk gab es keinen Unterschied. Stock war dazu bestimmt, ein Mittler zu sein. Diese machte sein Wesen aus. Er lebte zwischen Menschen, zwischen Ufern, zwischen zwei Völkern, die er zueinander führte. Da er jedoch in einer Zeit lebte, in der der Hass regierte, wurde er Opfer seiner Bestimmung.“ Mit diesen Worten charakterisiert Erich Kock Franz Stock in seinem Buch „Priester zwischen den Fronten“. In dieser Charakterisierung erkennen viele Gefährten ihn wieder, dem sie bei der ersten wirklich internationalen Pilgerfahrt 1931 begegnet sind.


Gefährten des heiligen Franziskus

Spiritualität